Von Angst zur Gelassenheit und Zuversicht

Stärkung des Immunsystems – Tipps vom Heilpraktiker
16. März 2020
Wir brauchen MUT, MITGEFÜHL und VERBUNDENHEIT.
7. April 2020
Show all

Von Angst zur Gelassenheit und Zuversicht

Wem oder was kann ich heute glauben?
Welchen Informationen kann ich vertrauen?
Welchen Sinn macht das Ganze? 
Mit welchen Folgen werde ich noch zu tun haben? 
Wovor habe ich denn Angst? 

Die Liste der Fragen, auf die viele Menschen Antworten finden möchten, ist sicher noch viel länger. Ebenso groß die Verunsicherung und Ratlosigkeit durch die vielen, sich auch widersprechenden Aussagen. Dazu kann und will ich hier nichts hinzufügen. 
Ich will stattdessen für mich klären und damit möglicherweise auch andere anregen, einen Weg zu einer gesunden Gelassenheit zu finden.

Wie kann ich mit Mut der Angst begegnen?

Seit den langen Jahren meiner Tätigkeit als Heilpraktikerin kenne ich die Gefühle von Angst um meine wirtschaftliche Existenz. Mit großer Wucht trafen mich die Ängste, nachdem ich meine sichere Position in einer Klinik gekündigt und mich für die Selbständigkeit und den  „Außenseiter-Beruf“ entschieden hatte. 

Schon während meiner Tätigkeit in der Psychosomatischen Klink war mir klar, ich muss mich erst selbst kennen, um Menschen in ihren Nöten verstehen zu können und vor allem das zu finden, was ihnen helfen kann. Mit diesem Anspruch an mich, habe ich therapeutische Verfahren für meinen Beruf als Heilpraktikerin gelernt, die immer mit Selbsterfahrung verbunden waren. Aus diesen Erfahrungen, besonders durch die Arbeit mit den eigenen Traumata weiß ich, dass die aktuellen Krisen im Leben häufig die ersten und frühen Traumaerfahrungen berühren und verdrängte Gefühle wachrufen. 

Heute begleite und berate ich in Essen als Heilpraktikerin mit dem Verständnis von ganzheitlicher Heilkunde Menschen, die einen Weg zu körperlicher und psychischer Gesundheit finden möchten. Die bereit sind, auf sich selbst zu schauen, die blockierende Hindernisse erkennen und Wohlbefinden, Mitgefühl und Selbstannahme erreichen möchten.

Angst blockiert, lähmt – „essen Seele auf“

Der Umgang mit Angst fällt uns allen schwer. Ich beobachte die Reaktionen der Menschen in der heutigen aktuellen Krise, wenn ihnen bedrohliche Szenen präsentiert werden, sie mit bedrohlichen Zahlen und Zukunftsvisionen gefüttert werden, um anschließend zu verkünden; „Machen Sie sich keine Sorgen – Sie brauchen keine Angst zu haben….“
Damit sind sie allerdings bereit im Feld der negativen Information. Wie nach der berühmten Aufforderung des Psychologen Watzlawick: „Denken Sie bitte nicht an blaue Elefanten.“

Wenn wir im Stressmodus sind und etwas vermeiden wollen, können wir keine Aufmerksamkeit auf das richten, was wir erreichen möchten. Wenn die Mutter ihr Kind ermahnt: „Passt auf, fall nicht hin“ kann sie kurz darauf beobachten, wie das Kind fällt. Unser Gehirn muss erst die Situation erkennen, die vermieden werden soll. Also die unerwünschte. So werden leider die Menschen heute weder beruhigt noch ihre Heilkräfte gefördert.

Mut vor der Angst  

Wer heute von der Angst angesteckt ist, benötigt Mut, um sich der eigenen persönlichen Angst zu stellen. Ich halte es für notwendig (=Not wendend) sich den eigenen Gedanken und Gefühlen zuzuwenden, statt wie hypnotisiert auf den Auslöser der Angst zu schauen. Dieser Auslöser verändert sich ständig, das Gesicht des „Täters“ wandelt sich. Es sind häufig ähnliche bedrohliche Situationen. 

Angst ist immer ein wichtiges Thema in meinen Beratungen als Heilpraktikerin der Traumaarbeit. Menschen, begegnen im Prozess der „Anliegen-Methode“ mit Mut der eigenen Verletzlichkeit und  den erfahrenen traumatischen Gefühlen. Die Wahrheit heilt!

Dazu gehört, die eigene Verletzlichkeit zu spüren, Gefühle von Trauer, Wut, Enttäuschung, Verlassenheit annehmen und zeigen, anstatt wieder nur neue Traumata erzeugen.

Zu den Überlegungen, wie ich in diesem Artikel vom Thema Angst zu Vertrauen oder Zuversicht überleiten kann, fand ich in meinem Bücherregal einen sehr hilfreichen Text in einem Buch von Verena Kast (=Vom Sinn der Angst). Er hat mir so gut gefallen, dass ich mir erlaube, Abschnitte daraus zu zitieren. (Manches habe ich herausgehoben oder Absätze verändert.) 

„… Wir Menschen haben viele Ängste, unser Leben ist auch wirklich bedroht. Was heute noch tragend zu sein scheint, uns befriedigt und Geborgenheit gibt, kann morgen nicht mehr gelten. Beziehungen verändern sich, Menschen sterben, Krankheiten werden gebannt, andere treten neu auf. Es wäre als vollkommen normal, Ängste zu haben und diese auch zuzulassen…
… Angst ist nicht nur eine verstörende Emotion, sondern sie fordert uns auch dazu heraus, für uns wesentliche Aspekte unserer Identität zu entwickeln. Das bedeutet, dass wir das uns Ängstigende besser sehen und angemessener damit umgehen können. 
Angst kann auch sehend machen und gerade solche sehende Angst tut heute Not. 

Wenn Menschen mit immer mehr Angst reagieren, wenn dadurch immer mehr auch eine Halt- und Wurzellosigkeit des heutigen Menschen zum Ausdruck kommt, dann heißt das, dass wir einen anderen Umgang mit Angst brauchen. Wir müssen unsere Ängste besser nutzen als wir es jetzt tun. Wir müssen aufhören uns kontraphobisch zu verhalten in der Hoffnung, dass wir, wenn wir uns unseren Ängsten stellen, auch sehr viel eher Kompetenz im Umgang mit dem Bedrohlichen und mit der Hilflosigkeit entwickeln können. 

Unsere Zeit ist groß im Verdrängen der Angst. Das Verdrängen der Angst, das zeigt die Analyse der Panikstörungen, bewirkt immer noch mehr Angst. Es gibt auch eine Verachtung gegenüber der Innerlichkeit, die bis hinein in therapeutische Konzepte auszumachen ist: alle Probleme sollen ganz schnell zum Verschwinden gebracht werden. 

Dass Probleme auch Entwicklungsanreize sein könnten, sehen nur noch wenige …
… Die untergründige Angst führt aber auch zu neuen Formen der Autoritätsabhängigkeit. Autoritäten werden gesucht, die letztlich die Angst bekämpfen sollen. Damit ist aber Tor und Tür geöffnet für Manipulationen über die Erzeugung von neuer Angst durch Autoritäten. Der Mechanismus dieser Manipulation ist klar: zuerst schüren diese „Autoritäten“ die Unsicherheit, sie veräußerlichen also ihre eigene Angst, übertreiben sie möglicherweise, bewirken damit das Gefühl der Inkompetenz. 

… Ein anderer Umgang mit Angst wäre gefragt: keine Panikmache, kein aufgeregtes aufzählen, was alles in Gefahr ist  – sondern Gelassenheit angesichts des Ängstigenden: wir Menschen sind sterblich. Alles, was wir für sicher halten, ist es nicht, und dennoch wagen wir zu leben, wir riskieren sogar einiges im Laufe des Lebens. Akzeptieren wir unser Bedroht sein!

Lassen wir uns ein auf das Leben, trotz der Angst, lassen wir los, was loszulassen ist!

Würden wir uns der eigenen Angst mehr stellen, dann bekämen wir nicht nur besseren Zugang zu dem, was verändert werden muss, sondern auch zum Haltenden – zu dem, was uns Halt gibt. 

Dadurch würden wir wieder authentischer werden, das heißt mehr mit unseren Gefühlen verbunden sein. Damit würden auch unsere mit menschlichen Beziehungen wieder befriedigender, echter und lebendiger. Das heißt nun aber nicht, dass wir uns von der Angst einfach überwältigen lassen sollten oder, dass wir die Angst sozusagen als gesellschaftlich akzeptiertes Deckgefühl ständig im Munde führen, ohne den emotionalen Gehalt wirklich zu spüren und ohne Konsequenzen daraus zu ziehen. 

Die Frage, die wir uns stellen sollen, ist immer wieder die: Was zeigt mir meine Angst? Wie erlebe ich sie? Wohin führt sie mich?….

Was not tut: Gelassenheit

Gelassenheit meint nicht die Sicherheit, dass Schicksale zu vermeiden sind. Gelassenheit heißt, mit solchen Unsicherheiten zu rechnen und dennoch nicht zu resignieren. Gelassenheit ist eine Form der Tapferkeit.

Entscheidend ist, einmal die Überzeugung zu opfern, dass Angst um jeden Preis abgewehrt werden muss … Geben wir aber zu, dass wir gefährdet sind, dann kann auch das Rettende wachsen (Hölderlin).
Werden wir Menschen mit unserer Sterblichkeit – und das ist wohl immer die größte Bedrohung – konfrontiert, dann wächst unser Lebenswille, gerade dann wird unsere Kreativität am stärksten herausgefordert. 

Ein anderer Umgang mit Angst wäre, statt Panikmache, kein aufgeregtes Aufzählen, was ist, sondern Gelassenheit ist gefragt. 

Gelassenheit im Angesicht des Ängstigenden. 
Gelassenheit: wir Menschen sind sterblich. Alles, was wir für sicher halten, ist es nicht, und dennoch wagen wir zu leben, wir riskieren sogar einiges im Verlauf des Lebens. Wir akzeptieren das Bedroht sein! Lassen uns auf das Leben ein, trotz der Angst, lassen wir los, was loszulassen ist!
Gelassenheit meint nicht die Sicherheit, dass Schicksalsschläge zu vermeiden sind. 
Gelassenheit heißt mit Unsicherheiten zu rechnen und dennoch nicht zu resignieren. 
Gelassenheit ist auch eine Form der Tapferkeit. Eine solche Hoffnung rechnet mit dem Schlimmsten und vertraut dennoch auf beste Lösungen. 
Gelassenheit beruht auf Vertrauen ins Leben. Nun kann man dieses Vertrauen mitbringen aus vertrauensvollen Beziehungen, man kann es auch gewinnen im Laufe eines Lebens, wenn man zur Kenntnis nimmt, dass trotz unendlich vieler Schwierigkeiten und Bedrohungen sich doch noch immer auch wieder eine Lösung abzeichnet.- 
Gelassenheit hängt letztlich auch mit Hoffnung zusammen. Es gibt ja nicht nur die Angst im Leben, es gibt zB. auch die Freude, es gibt Interesse, es gibt Begeisterung und so weiter. Die positiven Emotionen werden immer etwas gering geachtet. Sie werden allzu rasch mit dem Etikett der Naivität versehen und in die unterste Ecke geschoben. Dabei wären sie von großer Wichtigkeit für das Erleben und Stabilisieren eines guten Selbstwertgefühls. Sind wir so sehr ins scheitern verliebt? Und wenn: genügt uns unser Vielfaches scheitern, dass wir doch gar nicht vermeiden können eigentlich noch nicht?

Ernst Bloch hat den wichtigsten und anschaulichen Satz gesagt: „Die Hoffnung ersäuft die Angst.“ Nun ist die Hoffnung von der er spricht keine schwächliche Hoffnung, sie hat nichts zu tun mit Illusionen. Hoffnung heißt für ihn, sich auf das Bessere hin zu entwerfen. 

Um das zu können, muss man „kundig unzufrieden“ sein mit dem, was ist. Sehend unzufrieden, mit einem entschiedenem „Nein zum Mangel“. Für Bloch sind die Tagträume der Menschheit schon immer Entwürfe auch ein besseres Leben hin, Wunschbilder des erfüllten Augenblicks. 

Sie erfüllen das konkrete Leben mit Zuversicht.

Diese Tagträume müssen sich nach Bloch, um nicht Utopien im Sinne von Seifenblasen zu sein, mit dem Jetzt und Hier beschäftigen. 
Der Mensch muss ungeteilt dabei und bereit sein, Durchbruchserfahrungen auch an Unscheinbarem zu machen und zur Kenntnis zu nehmen.
Solche Hoffnung hat man nur nicht einfach, sondern man hat sie zu lernen. „Es kommt darauf an, dass Hoffen zu lernen.  Seine Arbeit entsagt nicht, sie ist ins Gelingen verliebt statt ins Scheitern“ 

Zu dieser Hoffnung muss man sich bewusst entschließen, man kann sie wollen. Einen Weg zu ihr findet man über das ständig aktive Fragen, ob etwas nicht besser sein könnte. Dazu gilt es, hartnäckig zu bleiben: nicht einfach akzeptieren, was ist, sondern sehen, was sein könnte. Das gelingt aber nicht, wenn wir nicht auch unsere Ängste ansehen und uns fragen, was diese uns verstellen. Es klingt fast paradox: nehmen wir unsere Ängste ernst und sehen wir, was sie uns verschließen, dann öffnet sich uns gerade diese Haltung die Bilder der Hoffnung und die Emotionen der Hoffnung. 

Sich zur Hoffnung zu entschließen, ist eine Arbeit und bedeutet Anstrengung. Es hieße aber, sich nicht von der Angst einschränken zu lassen, sondern trotz ihrer das Leben zu gestalten. Daraus erwüchse ein Grundgefühl der Zuversicht – trotz allem. Und mit einem solchen Grundgefühl könnten wir auch angesichts des Ängstigendem gelassener Leben. ..“ 
Ende des Zitates: Verena Kast: Vom Sinn der Angst. Wie Ängste sich festsetzen und sich verwandeln lassen.

„Kann sein“… 

Abschließen möchte ich mit einer kleinen Geschichte über einen Bauern, der auf alles was ihm geschieht mit „Kann sein…“ antwortet:

Ein Pferd läuft ihm zu und die Dorfbewohner beglückwünschen ihn dafür „du bist ein glücklicher Mann!“. Er sagt „Kann sein.“ Sein Sohn reitet auf dem Pferd, fällt und bricht sich die Beine. Die Dorfbewohner bemitleiden den Bauern für dieses Unglück. „Du armer Mann“.  Er sagt, „Kann sein“ Dann werden alle jungen Männer im Dorf zum Militär eingezogen, nurnicht der Sohn des Bauern mit den gebrochenen Beinen. Die Dorfbewohner meinen, welch glücklicher Mann er doch sei. Er sagt: „Kann sein“. ..

Wie erleben Sie persönlich die augenblickliche Katastrophe?
Möchten Sie Ihre Ängste verstehen, Ihre tieferliegenden Gefühle „erlösen“ und sich selbst damit liebevoll annehmen? 

Finden Sie den Kontakt mit Ihrem gesunden eigenen Ich, mit dem Sie gelassener die eigenen Möglichkeiten, Ressourcen und Chancen entwickeln können, die zur Bewältigung Ihrer augenblicklichen Herausforderung notwendig (Not-wendend) sind.

Ich lade Sie ein, Kontakt zu mir aufzunehmen und einen Beratungstermin zu vereinbaren. Mit meiner langjährigen und kompetenten Erfahrung als Heilpraktikerin unterstütze ich Sie gerne auf Ihrem Weg.  Zur Zeit biete ich in Essen telefonische Beratungen an.

Der Grund, warum Vögel fliegen können und wir nicht, ist der, dass sie voller Zuversicht sind und wer zuversichtlich ist, dem wachsen Flügel.

(J.M. Barrie, (1860 – 1937),  schottisch-englischer Dramatiker und Erzähler, Schöpfer des ‚Peter Pan‘)